Nachdem die langwierigen Verhandlungen zwischen den einzelnen kirchlichen Stellen und den Verwaltungsbehörden des Staates (Markt Thurnau, Landratsamt Kulmbach, Regierung von Oberfranken in Bayreuth, Ortsplanungsstelle für Oberfranken, Wasserwirtschaftsamt Bayreuth, Ministerien in München usw.) eine günstige Lösung des Problems brachten, konnte man verkünden, dass am Osterdienstag, den 7. April 1953 gegen 8.15 Uhr der Spatenstich für die katholische Kirche und das Pfarrhaus stattfindet.
Trübe und regnerisch war der Tag (7.4.1953), als man gegen 8.15 Uhr morgens nach dem Frühgottesdienst in der Friedhofkirche zum Grundstück der katholischen Kirche am Badersberg zog. Die ca. 100 Personen umfassende einfache Prozession dorthin führten Geistl. Rat und Dekan Popp, Kulmbach und Propst Düllik, Thurnau an, die Gläubigen folgten. Dekan Popp hielt eine kurze Ansprache und erläuterte in seinen Ausführungen den Weg von der ersten Planung der katholischen Kirche bis zum heutigen Tage mit der Erwähnung, dass der Hauptakt dann das Richtfest und besonders die Einweihung des Gotteshauses sei. Nachdem das Lied „Alles meinem Gott zur Ehre“ von den Anwesenden gesungen wurde, vollzog Geistlicher Rat Popp den Spatenstich mit den Worten „Im Namen Gottes, das hl. Vaters, des hl. Sohnes und des hl. Geistes unter Anrufung der hl. Maria vollziehe ich den ersten Spatenstich zum Bau eines katholischen Gotteshauses in Thurnau.“
Einige Meter nur entfernt vollzog dann hiesiger Flüchtlingsseelsorger Propst Franz Düllik den Spatenstich für das Seelsorger-Wohnhaus, das Pfarrhaus. Damit war der schlichte Akt beendet.
Die hiesige evangelische Bevölkerung zeigte sich durchwegs loyal, was ausdrücklich festgestellt und hervorgehoben werden muss. Sie nahm an allen öffentlichen Feierlichkeiten im bescheidenen Maße stets teil.