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Vorgeschichte

Über das Leben und die Zahl katholischer Gläubiger nach der Reformation, liegen leider keine Aufzeichnungen vor.
Die erste Statistik in Thurnau vom 16. Juni 1933 ergab:

  • 1108 evangelische Einwohner
  • 32 katholische Einwohner
  • 2 anders Gläubige

Thurnau gehörte zur Pfarrei „UNSERE LIEBE FRAU“ in Kulmbach.

Im 14-tägigen Abstand wurde die Heilige Messe im Lehrmittelzimmer der damaligen Volksschule gefeiert. Doch schon ab Januar 1937 wurde der Raum wieder anderen Zwecken zugeführt und das kleine Häufchen der Katholiken stand buchstäblich wieder auf der Straße. Dem damaligen Stadtpfarrer Dekan Johannes Popp und den katholischen Christen aus Thurnau gelang es, ein kleines Zimmer im Hause Wölfel (Ecke Jägerstraße – Seidelsberg) anzumieten. So konnte ab 1. September 1937 wieder jeden zweiten Sonntag eine hl. Messe gefeiert werden.

Als 1939 der schreckliche 2. Weltkrieg begann, wurde die Gemeinde Eschringen-Saar nach Thurnau evakuiert. Etwa 200 Katholiken kamen mit ihrem Geistlichen Herrn Pfarrer Seel nach Thurnau und Umgebung. Jetzt war der Raum viel zu klein, um die vielen Gläubigen zu fassen und so wurde der Gottesdienst auf dem Kornboden des selben Hauses gefeiert.

Im Juli 1940, als der Frankreich-Feldzug zu Ende war, durften die Eschringer wieder heim. Doch bereits im Sommer 1944, als die Front sich erneut ihrer Heimat näherte, kehrten sie nach Thurnau zurück. Gegen Kriegsende kamen dann viele Flüchtlinge und Ausgewiesene aus dem Sudetenland, aus Ostpreußen und Schlesien ins Thurnauer Land, so dass sich die Einwohnerzahl verdoppelte.

Als Thurnau 1946 mit Dr. Johannes Langer (ein ebenfalls Ausgewiesener aus dem Sudetenland) einen eigenen katholischen Pfarrer bekam, erklärte sich die örtliche evangelische Kirchenverwaltung bereit, die hiesige Friedhofskirche unentgeltlich den katholischen Christen zur Verfügung zu stellen.

Die Volkszählung von 1950 zeigte, dass allein der Markt Thurnau 415 Katholiken zählte. Dazu kamen aber noch viele katholische Bürger aus dem Umland.

So wurden an jedem Sonn- und Feiertag zwei Hochämter und jeden Wochentag eine Stille Messe gefeiert. Pfarrer Dr. Langer wurde im November 1950 nach Reuth bei Forchheim versetzt.

Im Dezember 1950 kam dann Propst Franz Düllik (Flüchtling aus Westpreußen und langjähriger Kriegsgefangener) als Pfarrer nach Thurnau. Schon bald nahm er sich vor, alle Hebel in Bewegung zu setzen, damit in Thurnau eine katholische Kirche gebaut würde. Nach langen und sehr schwierigen Verhandlungen mit dem Markt Thurnau, dem Landratsamt Kulmbach, der Regierung von Oberfranken, dem Wasserwirtschaftsamt Bayreuth, den Ministerien in München und allen kirchlichen Stellen, war es dann nach über zwei Jahren endlich soweit.

Die Baupläne für die Kirche und das Pfarrhaus wurden am 12. März 1953 genehmigt. Der durch die lange Kriegsgefangenschaft in Russland sehr geschwächte Propst Düllik leistete zusammen mit seiner Schwester Frau Maria Manthey größtenteils die zeitaufwendige und nervenaufreibende Vorarbeit bis hin zum „Ersten Spatenstich“. Endlich sollte rund 400 Jahre nach der Reformation wieder mit dem Bau einer katholischen Kirche begonnen werden.